• Home
  • /
  • Selbstsabotage und andere Unschicklichkeiten

Selbstsabotage und andere Unschicklichkeiten

Das Aufschieben von wichtigen Aufgaben, das Gefühl,  sich selbst zu blockieren bis hin zur Selbstsabotage - vielleicht kennst Du das alles. Vermutlich erlebst Du das genau in den Augenblicken, in denen Du eigentlich deinen nächsten Blog-Artikel schreiben oder dich endlich mal mit Facebook Werbung beschäftigen willst, um dein Angebot bekannter zu machen. 

Oder Du hast dich für ein Training angemeldet, doch die Unterlagen, Videos und Audios fristen schon bald ein kümmerliches Dasein in den Tiefen deiner Festplatte. Und jedes Mal, wenn Du dich damit beschäftigst, bist Du irgendwann frustriert, weil Du an einen Punkt gelangst, an dem Du dich wie verirrt in der Wildnis fühlst.
Schließlich gibst Du auf.
Mit einem schlechten Gefühl. Denn eigentlich hätte es dich weiterbringen sollen statt deinen Packen an Schuld- und Versagensgefühle noch schwerer zu machen.


Was macht es so schwer, Selbstsabotage zu verhindern?

Viele von uns haben das schon einmal erlebt und erleben es immer wieder.
Denn all dies ist schlicht menschlich, es gehört zu uns Menschen dazu wie der Deckel zum Topf. Und in gewisser Hinsicht ist es auch eine Art Deckel: Selbstsabotage, Aufschieberitis oder auch das Gefühl von Überforderung sind ein probates Mittel unseres Egos, alles so zu lassen wie es ist. So sehr wir uns manchmal wünschen, dass alles anders ist, so sehr vermeidet unser Ego Veränderung. Denn Veränderung ist für unser Ego wie das Weihwasser für den Teufel, Veränderung bedeutet Gefahr. Ohne diese Art Artefakt  unserer Evolution würde ich heute wahrscheinlich nicht hier vor meinem Laptop sitzen. Und Du würdest meinen Text nicht auf deinem Bildschirm, Tablet oder Smartphone lesen. Denn die Evolution hätte uns mit Sicherheit woanders hingeführt, wären wir nicht so schlau gewesen und hätten auf unseren Verstand gehört, der uns vorsichtig werden ließ, wenn wir zu schnell oder zu gründlich etwas anders machen wollten. Das, was sich bewährt hat, wurde nur nach sorgfältiger Prüfung verändert. (Zum Glück nicht immer, denn auch dann würden wir nicht hier sitzen und schreiben oder lesen …) Hätten unsere Vorfahren sich vorschnell in neue Abenteuer gestürzt und das Altbekannte über den Haufen geschmissen, wären wir mit unserer Evolution nicht besonders weit gekommen.
Bewährtes bewahren ist an sich eine gute Sache.

Selbstsabotage - unser Freund und Helfer?

Doch was ist mit dem, was sich nicht oder nicht mehr bewährt? Müsste unser Ego hier nicht genauso fleißig sein, könnte es das dann nicht eigentlich kommentarlos über den Haufen werfen?

Jaein …

Unser Verstand, so schlau er sich auch meist fühlt, kann Unbekanntes nicht einschätzen.
Er kann es einfach nicht. Er kann auf das Bekannte zurück greifen, kann Neues bis zu einem bestimmten Maße in Bekanntes einordnen, doch das wirklich Unbekannte kennt er nicht - per definitionem. Und was der Bauer nicht kennt …
Wenn wir also Veränderung wollen, müssen wir uns darauf gefasst machen, das unser Ego uns einen Strich durch die Rechnung macht. Um uns und sich selbst zu schützen. Je mehr wir dagegen ankämpfen, desto hartnäckiger wird er darauf beharren, dass alles so bleibt wie es ist.
Punkt.
Er wird nicht mit sich verhandeln lassen, denn er glaubt sich im gutgemeinten Recht.

Was können wir tun, wenn wir in unserem Leben etwas verändern wollen? 

Abwarten, bis sich die Umstände so entwickelt haben, dass Veränderung zwingend erforderlich ist?
Wird zwar gerne gemacht, aus oben genannten Gründen, geht aber gerne auch mal nach hinten los. Wenn wir auf ‚die Umstände‘ warten, können wir fast sicher sein, dass diese uns mehr schieben und schubsen statt uns sanft zu ziehen. Vom Leben geschubst zu werden, macht keinen Spaß und kann schmerzhaft sein. Sinnvoller ist da schon ein diplomatisches Vorgehen, das unseren Verstand nicht zu sehr beunruhigt und uns dennoch Raum schafft für Veränderung.
Denn ohne Veränderung ist  Wachstum nicht möglich.


Selbstsabotage austricksen

Hast Du jemals für einen Marathon trainiert oder einen Yoga Kurs gemacht?
Auch wenn beides auf den ersten nichts gemeinsam haben, geht es doch bei jeder Übungssequenz, bei jeder Trainingseinheit darum, Grenzen zu verschieben. Aus dem Stand, ohne Training eine Strecke von knapp 42,2 km zu laufen, ist für die meisten, wenn nicht für alle Menschen unmöglich. Den perfekten Lotussitz können in der Regel nur geübte Yoginis und Yogis praktizieren. Indem wir beim Training und Yoga-Übungen immer ein Stück weiter laufen, immer etwas stärker in die Dehnung gehen, bereiten wir unseren Körper auf Herausforderungen vor, die er schließlich meistern kann und wird.
Durch das stückweise Verschieben der Grenze verhindern wir Selbstsabotage und verändern unsere Möglichkeiten. Erst wenn wir über unsere Grenzen hinausgehen, können wir wachsen. Denn jenseits unserer Grenzen, genau dort, wo das Bekannte endet, beginnt das zauberhafte Land.
Jedes Mal, wenn wir aus dem Bekannten heraustreten, erobern wir neuen Raum für Veränderung.

Bedenken ernst nehmen

Allerdings müssen wir unser Ego mitnehmen.
Manchmal kommt eine von uns ersehnte Veränderung eher einem Marathon-Lauf gleich denn einem Sonntagsspaziergang: Wir sehnen uns nach mehr Erfolg im Business, doch wenn wir von einem Tag auf den nächsten dauerhaft täglich acht KlientInnen hätten statt wöchentlich drei, würde das unser Leben komplett verändern. So stark, dass unser Ego eingreifen muss: 

  • Wo bleibt noch Zeit für mich und meine Liebsten? 
  • Wie soll ich dann noch meine Bürokarbeiten erledigen? 
  • Hat der Supermarkt überhaupt so lange auf??

… was auch immer. 

Und diese Fragen sind berechtigt.
Wir sollten tunlichst eine Antwort darauf  haben. 

Veränderung geschieht schrittweise

Doch wenn wir statt wöchentlich drei nun vier oder fünf KlientInnen-Gespräche im Terminplan haben, bleibt unser Ego locker. Irgendwie ist etwas anders, aber eigentlich bleibt alles so wie es war.
Geht doch!

Wenn dann nach einiger Zeit noch zwei Coaching-Sessions wöchentlich dazu kommen, hat unser Ego es sich bereits bequem gemacht mit den vorherigen fünf Terminen und lässt uns in Ruhe unseren Job machen.
Und so lebten sie glücklich und zufrieden …

Wenn Du also das nächste Mal deinen nächsten Blog-Post zum x-ten Mal verschieben willst, spüre einmal nach, ob da vielleicht ein Teil von dir grad Selbstsabotage betreibt und innerlich „STOP!“ schreit. Dadurch kommst Du verborgenen Ängsten auf die Spur, die dich blockieren oder sogar sabotieren. Und das in Bereichen deines Lebens, in denen Du eigentlich Veränderung willst.
Entwickele einen Trainingsplan für dein Ego, damit ihr beide zusammen den nächsten Marathon laufen könnt. 

Im Lotussitz.

  • {"email":"Bitte gib eine gültige Email Adresse an","url":"Bitte gib eine gültige Website Adresse an","required":"Bitte fülle alle erforderlichen Felder aus"}

    Ähnliche Beiträge

    >